Das Goethehaus Volpertshausen
Unser Museum
Das im Fachwerkstil gebaute Goethehaus in Volpertshausen, seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz stehend, hat eine besondere Geschichte. Ursprünglich wurde es als Jagdhaus der Landgrafen von Nassau-Weilburg während der Regentschaft Karl Augusts errichtet. Im Erdgeschoss wohnte der im Dienst des Landgrafen stehende Oberförster Johann-Gottfried Seiffert, der sich um die Hege und Pflege des Waldes kümmerte und damit auch seinen Dienstherren vertrat. Er hatte dafür Sorge zu tragen, dass die Wilderei in den fürstlichen Wäldern nicht überhandnahm, war doch das Jagdrecht in diesen Zeiten allein dem Adel vorbehalten. Neben seinen Pflichten als Förster betrieb er Landwirtschaft, denn er konnte vom Gehalt der Landgrafen allein seine Familie nicht ernähren. Das Amtshaus verfügte im ersten Obergeschoss über einen großen, repräsentativen Saal, der für landgräfliche Gesellschaften genutzt wurde, unter anderem zum gemeinsamen Verzehr des erjagten Wildes.
Seit 1838 befindet sich das Gebäude im Besitz der Gemeinde. Bis 1965 wurde es als Schule und Lehrerwohnung genutzt. Ob Goethe das Haus schon im verputzten Zustand erlebte, ist nicht bekannt. Im Jahr 1934 wurde das Fachwerk freigelegt, und der Schulsaal in das Erdgeschoss verlegt.
Nach dem Auszug der Schule diente das Gebäude zeitweise als Kindergarten. Ab 1989 erfolgte eine umfassende Sanierung des Hauses. Am 9. August 1992 wurde das Goethehaus im Rahmen einer großen Einweihungsfeier als Museum eröffnet.
Heute wird das Gebäude vom Keller bis zum Dachgeschoss museal genutzt. 330 m² Ausstellungsfläche bieten Platz für ca. 3000 Exponate zur Orts-, Alltags- und Kulturgeschichte.
Die Initiatoren und Betreiber des Museums – die Gemeinde Hüttenberg und der Heimatkundliche Verein – sind bestrebt, sowohl der bäuerlichen Tradition des Hüttenberger Landes gerecht zu werden als auch an die denkwürdige Ballnacht zu erinnern, die sich in diesem Hause ereignete.
Das Museum wird vom Keller bis zum Dachgeschoss museal genutzt. 330 m² Ausstellungsfläche bieten Platz für fast 3.000 Exponate, die ein lebendiges Bild der Region und ihrer Geschichte zeichnen.
In dem geschmackvoll im Stil des 18. Jahrhunderts gestalteten Ballsaal finden heute Schauspiele, Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Auch standesamtliche Trauungen sind in diesem besonderen Rahmen möglich.
Exponate des Monats
Ersatz-Jagdlappen
„Ist uns da etwas durch die Lappen gegangen?"Jagdlappen wurden vor allem im 17. und 18. Jahrhundert bei großen höfischen und herrschaftlichen Jagden eingesetzt.
Noch ein Jagdlappen
„Ist uns da etwas durch die Lappen gegangen?"Jagdlappen wurden vor allem im 17. und 18. Jahrhundert bei großen höfischen und herrschaftlichen Jagden eingesetzt.
Der Jagdlappen
„Ist uns da etwas durch die Lappen gegangen?"Jagdlappen wurden vor allem im 17. und 18. Jahrhundert bei großen höfischen und herrschaftlichen Jagden eingesetzt.
Dauerausstellung
Vier Etagen Regionalgeschichte
Unsere Dauerausstellung erstreckt sich über das gesamte Gebäude und gibt Einblick in das Leben und Arbeiten vergangener Generationen im Hüttenberger Land.
Erdgeschoss – Handwerk und Handkäse
Im Erdgeschoss sind zwei Räume, in denen landwirtschaftliches Gerät und bäuerliches Gebrauchsgut aus vergangenen Jahren sowie Werkzeuge des Stellmachers präsentiert werden. Einen Schwerpunkt stellen die Produktionsmittel für den weit über die Grenzen hinaus bekannten „Hüttenberger Handkäse“ dar. Von der handgeformten Käseklappe bis zur mechanischen Käseformmaschine – alle Stationen der Handkäseherstellung lassen sich anhand der Exponate nachvollziehen.
Erstes Obergeschoss – Wohnkultur und Ballsaal
Im ersten Stock befinden sich der vollständig eingerichtete Wohn- und Schlafraum sowie eine Küche aus der Zeit um 1900. Sie geben Einblick in die Wohnkultur der Region. Der Flurbereich ist mit Exponaten der Jagd eingerichtet. Ein Kontrast zur heimatkundlichen Ausstellung ist der Ballsaal: Der geschmackvoll im Stil des 18. Jahrhunderts gestaltete Raum erinnert an das Tanzvergnügen vom 9. Juni 1772. Abbildungen der Ballbesucher schmücken die Wände.


Dachgeschoss – Tradition und Schulgeschichte
Geräte zur Flachsbearbeitung und zum Backen sowie das Mobiliar einer historischen Schulklasse sind weitere Beispiele für unsere Vergangenheit. Ein reichhaltig bestückter gläserner Schauschrank zeigt Hüttenberger Trachten, darunter ein Brautpaar, die zu den prächtigsten unseres Landes zählten.
Kellergeschoss – Schusterwerkstatt und Waschküche
Abgerundet wird die Ausstellung durch eine Schusterwerkstatt mit der seltenen „Schusterkugel“ – einem mit Wasser gefüllten Glaskolben, der als Sammellinse diente – sowie eine Waschküche und einen Vorratsraum.
Besuch planen
Öffnungszeiten & Eintritt
Öffnungszeiten
Jeden 2. Sonntag im Monat
14:00 – 18:00 Uhr
Für Gruppen sind auch andere Termine vereinbar. Um Voranmeldung wird gebeten.
Während unserer Veranstaltungen (Ostermarkt, Sommerfest, Weihnachtsmarkt) ist das Museum ebenfalls geöffnet.
Eintritt
Erwachsene: 1,50 €
Jugendliche bis 15 Jahre: frei
Anfahrt
Goethehaus Volpertshausen
Rheinfelser Str. 65
35625 Hüttenberg
Das Museum befindet sich im Ortsteil Volpertshausen der Gemeinde Hüttenberg. Parkmöglichkeiten sind in unmittelbarer Nähe vorhanden.
Barrierefreiheit
Das historische Fachwerkhaus ist leider nicht barrierefrei zugänglich. Das Erdgeschoss ist über eine Stufe erreichbar, die oberen Stockwerke nur über Treppen.