Das im Ort­steil Volpertshausen gele­gene, im Fach­w­erk­stil gebaute Goethe­haus Volpertshausen, seit Jahrzehn­ten unter Denkmalschutz ste­hend, ist sich­er eine Beach­tung wert. War es doch früher nicht Heimat­mu­se­um, son­dern zunächst Jagdhaus der Land­grafen von Nas­sau-Weil­burg, die es in der Regentschaft Karl-Augusts erricht­en ließen.   Im Erdgeschoss wohnte der im Dien­ste des Land­grafen ste­hende Ober­förster Johann-Got­tfried Seif­fert, der sich um die Hege und Pflege des Waldes küm­merte und damit auch seinen Dien­s­ther­ren ver­trat. Das Amt­shaus ver­fügte im 1. Stock über einen großen Saal, der repräsen­ta­tiv genug war , um die land­gräflichen Gesellschaften zu ver­sam­meln und diesen Raum gab, das erjagte Wild­bret zu verzehren.

Ein Höhep­unkt in der Geschichte des Haus­es war das Bal­lvergnü­gen im Som­mer des Jahres 1772, an dem Johann Wolf­gang Goethe, der spätere Dichter­fürst, teil­nahm. Diesem Ereig­nis ver­dankt das Gebäude seinen Namen “Goethe­haus Volpertshausen”.

Das Gebäude ist seit 1838 im Besitz der Gemeinde, war bis 1965 Schule und Lehrerwoh­nung. In Dehios “Hand­buch der deutschen Kun­st­denkmäler” wird es als “stat­tlich­er Giebel­bau mit Fach­w­erkobergeschoss” beschrieben. Ob Goethe das Haus schon im ver­putzten Zus­tand erlebt hat, wis­sen wir nicht. Doch wurde 1934 das Fach­w­erk freigelegt und der Schul­saal ins Erdgeschoss ver­legt.

Nach dem Auszug der Schule fand der Kinder­garten seine Bleibe. Ab 1989 wurde das Gebäude innen und außen gründlich ren­oviert und am 9. August 1992 im Rah­men ein­er großen Ein­wei­hungs­feier der Öffentlichkeit als Muse­um zugänglich gemacht. Es wird vom Keller bis zum Dachgeschoss muse­al genutzt. 330 m2 Ausstel­lungs­fläche bieten Platz für über 2500 Exponate.